Geo-ICT steht für Geografische Informations- und Kommunikationstechnologie und vereint Standortdaten, räumliche Daten und IKT. In unserer Gesellschaft werden immer mehr Informationen mit einem Standort verknüpft. Straßen, Gebäude, Gewässer, Boden, Natur, Energieversorgungsanlagen und nahezu alle anderen Bestandteile unserer physischen Lebensumgebung lassen sich als geografische Informationen erfassen, verwalten und analysieren.
Im Rahmen von Geo-ICT werden Daten über die physische Lebensumgebung erfasst, verortet, verwaltet, analysiert, visualisiert und angewendet. Dazu kommen vielfältige Techniken und Technologien zum Einsatz, wie GIS, Satellitendaten, Drohnen, GNSS, Sensoren, räumliche Datenbanken, ETL und Webtechnologie.
Was ist Geo-ICT? Von der physischen Welt zur geografischen Information
Geo-ICT bildet die digitale Verbindung zwischen der physischen Welt und den Informationen, die wir nutzen, um diese Welt zu verstehen, zu verwalten und zu verändern. Objekte und Phänomene aus der Realität werden als Geodaten erfasst und einem Standort zugeordnet.
Im Laufe des Kurses lernst du verschiedene Arten von Geodaten kennen und erfährst unter anderem den Unterschied zwischen Vektor- und Rasterdaten. Auch Themen wie Attribute, Kartenebenen, Koordinaten, Metadaten und Datenqualität werden behandelt.
Dabei wirst du entdecken, dass Geo-ICT weit mehr umfasst als nur GIS oder das Erstellen von Karten. Das Fachgebiet deckt die gesamte Kette ab, von der Datenerfassung bis hin zur Nutzung geografischer Informationen für Analysen und Entscheidungsfindung.
Die sechs Grundlagen der Geo-ICT
Um dem breiten Fachgebiet der Geo-ICT einen roten Faden zu geben, stützen wir uns im Kurs auf sechs Grundlagen. Diese bilden gemeinsam die Basis für die Arbeit eines Geo-ICT-Fachmanns:
- Geoinformation: das Verständnis von geografischen Informationen, Geodaten, Objekten, Attributen, Datenmodellen, Qualität und Metadaten.
- Georeferenzierung: die Verknüpfung von Informationen mit einem Standort mithilfe von Koordinaten, Referenzsystemen, GNSS und vermessungstechnischen Verfahren.
- Erdbeobachtung: Das Erfassen und Sammeln von Informationen über die Erde, unter anderem mithilfe von Satelliten, Drohnen, LiDAR und Sensoren.
- Geoinformatik: Verwaltung, Verarbeitung und Analyse geografischer Informationen mithilfe von GIS, Datenbanken, ETL, Programmierung und anderen IKT-Technologien.
- Geovisualisierung: die verständliche Darstellung geografischer Informationen mithilfe von Karten, WebGIS, Dashboards und 3D-Visualisierungen.
- Landmanagement: Die Anwendung geografischer Informationen bei der Gestaltung, Nutzung und Bewirtschaftung der physischen Lebensumgebung.

Die sechs Grundlagen werden nicht als getrennte Bereiche behandelt. Im Mittelpunkt steht vielmehr der Zusammenhang. So muss beispielsweise ein Satellitenbild erst erfasst und korrekt positioniert werden, bevor es verarbeitet, analysiert, visualisiert und bei einer räumlichen Fragestellung angewendet werden kann.
Geo-IKT in der Praxis: Von der Datenerfassung bis zur Anwendung
Geodaten können auf viele verschiedene Arten erfasst werden. Dazu gehören Vermessungen, GNSS, Satelliten, Drohnen, Laserscanning und Sensoren. Im Kurs lernst du in groben Zügen, wie diese Techniken zur Erfassung von Informationen über unsere Lebensumgebung beitragen.
Anschließend müssen diese Daten gespeichert, überprüft, kombiniert und verarbeitet werden. Daher lernst du GIS, räumliche Datenbanken und ETL kennen. ETL steht für „Extract, Transform, Load und wird verwendet, um Daten aus verschiedenen Quellen zu extrahieren, zu transformieren und in andere Systeme oder Datenformate zu übertragen.
Auch Themen wie SQL, FME, Webdienste, APIs, Python und Automatisierung werden in ihren Grundzügen in den Kontext der Geo-ICT-Landschaft eingeordnet. Dabei geht es nicht darum, alle Techniken sofort vollständig zu beherrschen, sondern zu verstehen, welche Rolle sie spielen und wie sie miteinander zusammenhängen.
Was Sie im Kurs „Geo-ICT-Grundlagen“ lernen
Grundlagen der Geo-ICT: Von Geodaten bis zum GIS
Während des Kurses erwerben Sie ein breites Grundwissen über die wichtigsten Begriffe und Techniken im Bereich Geo-ICT. Sie lernen unter anderem:
- Geodaten verstehen: Arbeiten mit geografischen Objekten, Attributen, Vektor- und Rasterdaten.
- Standort verstehen: Einführung in Koordinaten, Referenzsysteme und Georeferenzierung.
- Datenerfassung erkennen: Verstehen, wie GNSS, Vermessung, Satelliten, Drohnen und Sensoren Geodaten erfassen.
- GIS nutzen: Geografische Daten anzeigen, kombinieren, verwalten, analysieren und visualisieren.
- Geodaten verarbeiten: Einführung in Datenbanken, SQL, ETL, FME, Webdienste und APIs.
- Geoinformationen präsentieren: Verstehen, wie Karten, Web-GIS, Dashboards und 3D-Visualisierungen Informationen zugänglich machen.
Durch die Verknüpfung dieser Komponenten erhältst du Einblick in die gesamte Geo-ICT-Kette und lernst zu erkennen, wo verschiedene Techniken und Anwendungen innerhalb des Fachgebiets ihren Platz haben.
Praktische Fähigkeiten: Arbeiten mit Geodaten und Geo-IKT
Während des Kurses wirst du dich auch praktisch mit geografischen Daten beschäftigen. Dabei nutzen wir unter anderem QGIS, um verschiedene Arten von Geodaten zu betrachten, zu kombinieren, zu analysieren und zu visualisieren.
Die praktischen Übungen ergänzen die Theorie. Du lernst beispielsweise, wie verschiedene Datensätze miteinander kombiniert werden können, warum ein korrektes Koordinatensystem wichtig ist und wie aus Rohgeodaten verwertbare geografische Informationen entstehen.
Dabei steht nicht ein bestimmtes Softwarepaket im Mittelpunkt. Das Ziel ist es, dass du die zugrunde liegenden Geo-ICT-Prinzipien verstehst, damit du später leichter den Übergang zu verschiedenen Softwarepaketen, Techniken und Spezialisierungen vollziehen kannst.
Anwendungen von Geo-ICT: Vom Wassermanagement bis zur Energiewende
Geo-ICT kommt in nahezu jedem Arbeitsfeld zum Einsatz, in dem Standort und die physische Lebensumgebung eine Rolle spielen. Im Rahmen des Kurses betrachten wir Beispiele unter anderem aus den Bereichen Wasserwirtschaft, Infrastruktur, Energie, Natur, Raumordnung, Geodäsie, Hydrographie, Fernerkundung und der Verwaltung des öffentlichen Raums.
Dadurch lernen Sie nicht nur, welche Techniken verfügbar sind, sondern vor allem, warum und wann diese angewendet werden. Die sechs Grundlagen bilden dabei stets den roten Faden zwischen der Technologie und der jeweiligen räumlichen Fragestellung.
Warum sollten Sie sich für unseren Kurs „Geo-ICT-Grundlagen“ entscheiden?
Der Kurs „Geo-ICT-Grundlagen“ richtet sich an alle, die sich eine breite und zusammenhängende Grundlage im Bereich Geo-ICT aufbauen möchten. Anstatt sich direkt auf ein einzelnes Softwarepaket oder Spezialgebiet zu konzentrieren, lernen Sie zunächst, wie das gesamte Fachgebiet Geo-ICT aufgebaut ist.
- Breite Grundlage: Sie lernen die wichtigsten Begriffe, Techniken und Anwendungen im Bereich Geo-ICT kennen.
- Sechs Grundlagen: Geoinformation, Georeferenzierung, Erdbeobachtung, Geoinformatik, Geovisualisierung und Landmanagement bilden den inhaltlichen roten Faden.
- Praxisorientiertes Lernen: Theorie wird mit praktischen Übungen anhand echter Geodaten verknüpft.
- Zusammenhänge verstehen: Sie lernen, wie die Erfassung, Positionierung, Verwaltung, Analyse, Visualisierung und Anwendung von Geodaten miteinander verbunden sind.
- Grundlage für die weitere Vertiefung: Nach dem Kurs können Sie sich gezielter in verschiedene Geo-ICT-Techniken und Spezialisierungen einarbeiten.
Nach diesem Kurs verfügen Sie über einen umfassenden Überblick über das Fachgebiet Geo-IKT und verstehen, wie die verschiedenen Komponenten innerhalb der Geo-IKT-Kette miteinander zusammenhängen. Damit verfügen Sie über eine solide Grundlage, um sich als Geo-IKT-Fachkraft weiterzuentwickeln.