Eine hydrografische Vermessung liefert letztendlich geografische Daten. Deshalb lernst du auch, wie Messdaten überprüft, verarbeitet und visualisiert werden. Mit QGIS arbeitest du mit hydrografischen Daten und erstellst unter anderem Längsprofile, Querschnitte und eine Darstellung des Unterwassergrundes.
Der Kurs verbindet Theorie und Datenverarbeitung mit der Praxis. Am dritten Kurstag fahren Sie mit einem Boot auf den Apeldoorns-Kanal hinaus. Sie führen selbst eine einfache hydrografische Vermessung durch, bei der ein Längsprofil und verschiedene Querschnitte des Kanals gemessen werden. Die erfassten Daten werden anschließend in QGIS verarbeitet und ausgewertet.
Die Bedeutung der Hydrographie
Ein großer Teil unserer Lebenswelt besteht aus Wasser. Um sicher navigieren zu können, Wasserstraßen zu unterhalten, Baggerarbeiten durchzuführen oder Bauwerke auf und rund um das Wasser zu errichten, müssen wir wissen, wie der Untergrund unter Wasser aussieht. Hydrographische Messungen liefern hierfür die erforderlichen Informationen.
Die Hydrographie wird auf See, aber auch auf Flüssen, Kanälen, Seen und in Häfen angewendet. Die Anwendungsbereiche reichen von der Erstellung und Aktualisierung von Seekarten bis hin zur Überprüfung von Fahrrinnen und der Ermittlung von Veränderungen des Gewässergrundes.
- Schifffahrt: Ermittlung der verfügbaren Wassertiefe und sicher befahrbarer Routen.
- Wasserwirtschaft: Kartierung und Überwachung des Gewässergrundes von Flüssen, Kanälen und anderen Wasserläufen.
- Baggerarbeiten: Ermittlung der Stellen, an denen Sedimente entfernt werden müssen, und Überprüfung des Ergebnisses.
- Offshore: Unterstützung von Arbeiten beispielsweise im Zusammenhang mit Windparks, Kabeln und Rohrleitungen.
- Küsten- und Flussmanagement: Überwachung von Veränderungen am Gewässergrund und an den Ufern.
Die Hydrographie ist somit ein Fachgebiet, in dem Vermessung, Geodäsie und Geo-IKT auf ideale Weise zusammenkommen.
Von der Positions- und Tiefenmessung zu Geodaten
Eine gemessene Wassertiefe ist nur dann verwertbar, wenn auch bekannt ist, wo und in Bezug auf welchen Bezugspegel diese Tiefe gemessen wurde. Positionierung und Geodäsie sind daher ein wichtiger Bestandteil der Hydrographie.
Im Kurs lernst du, wie GNSS zur Bestimmung der Position des Vermessungsschiffs eingesetzt wird. Außerdem behandeln wir, wie ein Echolot oder Sonar mithilfe von Schallwellen die Entfernung zum Gewässergrund misst und welche Faktoren die Genauigkeit einer Tiefenmessung beeinflussen.
Auch Wasserstände und vertikale Referenzebenen sind wichtig. Die gemessene Tiefe muss an eine brauchbare Referenzebene gekoppelt werden, damit Messungen von verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeitpunkten miteinander verglichen werden können.
Was lernst du im Kurs „Grundlagen der Hydrographie“?
Hydrografische Messungen verstehen
Sie lernen Schritt für Schritt, wie eine einfache hydrografische Vermessung aufgebaut ist. Dabei betrachten wir den Zusammenhang zwischen Position, Wassertiefe, Wasserstand und Referenzniveau. Sie lernen Echolot und Sonar kennen sowie den Unterschied zwischen Single-Beam- und Multibeam-Messungen.
Außerdem widmen wir uns der Qualität hydrografischer Messdaten. Sie lernen, warum Messdaten überprüft werden müssen und welche Umstände und Korrekturen das Endergebnis beeinflussen können.
Verarbeitung hydrografischer Daten mit QGIS
Hydrografische Messungen liefern große Mengen an räumlichen Daten. Im Kurs lernst du, wie diese Daten in QGIS angezeigt, überprüft und visualisiert werden können.
Sie arbeiten mit Messpunkten und Tiefendaten und lernen, wie daraus Längs- und Querprofile erstellt werden können. So entsteht aus einzelnen Messungen ein geografisches Bild der Form und Tiefe des Gewässergrundes.
Praxismessung auf dem Apeldoorns-Kanal
Am dritten Kurstag setzen wir die Theorie in die Praxis um. Wir fahren mit einem Boot auf den Apeldoorns-Kanal hinaus und führen selbst hydrografische Messungen durch.
An diesem Praxistag vermessen wir ein Längsprofil eines Abschnitts des Kanals und führen an verschiedenen Stellen Querschnittsmessungen durch. So erleben Sie, wie Positionierung, Tiefenmessung, Fahrlinien und Messaufbau in der Praxis zusammenwirken.
Die gesammelten Messdaten werden anschließend verarbeitet und visualisiert, sodass Sie den gesamten Prozess von der Messung auf dem Wasser bis hin zu verwertbaren Geo-ICT-Informationen durchlaufen.
Warum sollten Sie sich für unseren Kurs „Hydrografie – Grundlagen“ entscheiden?
Der Kurs „Grundlagen der Hydrographie“ verbindet die Grundlagen der Hydrographie mit praktischen Geo-ICT-Fähigkeiten und echter Feldarbeit.
- Breite Grundlage in der Hydrographie: Sie lernen die wichtigsten Prinzipien der Positionsbestimmung, Tiefenmessung, Wasserstände und der hydrographischen Datenverarbeitung kennen.
- Arbeiten mit QGIS: Sie lernen, hydrografische Messdaten zu verarbeiten, zu analysieren und zu visualisieren.
- Selbstständige Messungen auf dem Wasser: Während des Praxistags führen Sie auf dem Apeldoorns-Kanal selbst eine einfache hydrografische Vermessung durch.
- Die gesamte Messkette: Sie erleben den gesamten Prozess von der Vorbereitung über die Erfassung bis hin zur Verarbeitung und Präsentation der Messdaten.
- Grundlage für die weitere Vertiefung: Der Kurs bildet eine gute Vorbereitung auf Fachthemen wie Bathymetrie, hydrografische Datenverarbeitung, Multibeam- und Sonardaten.
Am Ende des Kurses verstehen Sie, wie eine hydrografische Messung geplant und durchgeführt wird und wie die erhobenen Daten zu verwertbaren geografischen Informationen verarbeitet werden.